Die Aufzeichnung stellst du nicht um. Sie läuft auf UTC, und dort gibt es keine Winterzeit.
Was du anpassen kannst ist die lokale Zeitanzeige auf dem Display. Das ist reiner Komfort.
Finger weg von der internen Uhr. Die stellt nur die Werkstatt.
Der Fahrtenschreiber kennt keine Winterzeit
Was ein Fahrtenschreiber mit Zeit macht, ist gesetzlich definiert, und die Definition ist kurz:
„Zeitmessung“ ist die ununterbrochene digitale Aufzeichnung der koordinierten Weltzeit aus Kalenderdatum und Uhrzeit (UTC)
Verordnung (EU) Nr. 165/2014, Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe x, konsolidierte Fassung vom 31. Dezember 2024. Abgerufen am 22. August 2026.
Das Gerät zeichnet also in UTC auf, der Weltzeit. Die kennt weder Sommer- noch Winterzeit und springt nie. Deine Lenkzeiten, Ruhezeiten und alle Daten auf deiner Karte stehen das ganze Jahr über in dieser Zeit.
Deshalb muss bei der Zeitumstellung an der Aufzeichnung nichts passieren, und deshalb stimmt deine Dokumentation auch dann, wenn du gar nichts machst.
Woher die Verwirrung kommt
Bei uns läuft die Uhr im Winter eine Stunde vor UTC und im Sommer zwei. Was du auf dem Display siehst, ist meistens die lokale Anzeige, und die weicht damit ein oder zwei Stunden von dem ab, was das Gerät intern festhält.
Diesen Unterschied siehst du schwarz auf weiß beim Ausdrucken. Der VDO fragt wörtlich, ob in UTC gedruckt werden soll. Ein Gerät, zwei Uhren: die Aufzeichnung in UTC ist die echte, die lokale Anzeige ist für dein Auge.
Bei einer Kontrolle am Straßenrand kann ein Ausdruck in UTC also ein oder zwei Stunden von deiner Armbanduhr abweichen. Das ist normal und kein Fehler.
Wann die Uhr wechselt, und warum sogar das in UTC steht
Ab dem Jahr 2002 endet die Sommerzeit in allen Mitgliedstaaten um 1 Uhr morgens Weltzeit am letzten Sonntag im Oktober.
Richtlinie 2000/84/EG, Artikel 3. 2026 ist das Sonntag, der 25. Oktober.
Lies das noch einmal: sogar der Zeitpunkt der Umstellung selbst ist in Weltzeit definiert. Um 1 Uhr UTC geht bei uns 3 Uhr Ortszeit zurück auf 2 Uhr. Für den Fahrtenschreiber passiert in diesem Moment überhaupt nichts, denn 1 Uhr UTC bleibt 1 Uhr UTC.
Was du an diesem Sonntag tust und was nicht
| Aufzeichnung oder interne Uhr umstellen | Nicht tun, geht ohne Werkstatt auch nicht |
| Lokale Zeitanzeige auf dem Display anpassen | Erlaubt, im Einstellungsmenü, rein für dein Leseverständnis |
| Manuelle Nachträge in der Umstellungsnacht | Kurz prüfen, in welcher Zeit dein Gerät die Eingabe erwartet |
Fährst du in dieser Nacht, laufen Lenk- und Ruhezeit einfach in UTC weiter. Die zusätzliche Stunde, die die Nacht lang ist, ist für die Aufzeichnung eine ganz gewöhnliche Stunde.
Warum du von der internen Uhr die Finger lassen musst
Auch das steht in der Verordnung. Neben der Zeitmessung gibt es die Zeiteinstellung:
„Zeiteinstellung“ ist die in regelmäßigen Abständen vorgenommene automatische Einstellung der aktuellen Zeit mit einer Höchsttoleranz von einer Minute oder die während der Kalibrierung vorgenommene Einstellung
Verordnung (EU) Nr. 165/2014, Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe y.
Die interne Uhr stellt sich also selbst nach, mit höchstens einer Minute pro Vorgang. Läuft sie weiter weg, ist das Sache der Werkstatt bei einer Kalibrierung.
Der Grund liegt auf der Hand: ein Fahrer, der die aufgezeichnete Zeit selbst verstellen könnte, könnte auch mit Lenkzeiten schieben. Genau deshalb geht es nicht.
Quellen
- Verordnung (EU) Nr. 165/2014, Artikel 2 Absatz 2 Buchstaben x und y, konsolidierte Fassung vom 31. Dezember 2024. EUR-Lex
- Richtlinie 2000/84/EG zur Sommerzeit, Artikel 2 und 3.
- VDO DTCO, Bedienungsanleitung, zur Wahl zwischen UTC und Ortszeit beim Ausdruck.
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