Gesetzlicher Boden: 13,90 Euro brutto pro Stunde seit 1. Januar 2026.
Ab 2027: 14,60 Euro pro Stunde, also plus 13,88 Prozent in zwei Schritten.
Darüber: entscheidet dein Tarifvertrag, nicht das Gesetz.
Dazu: Spesen. Die zählen nicht zum Lohn und werden trotzdem oft mitgerechnet.
Der Boden, den kein Betrieb unterschreiten darf
Es gibt genau eine Zahl, die für alle gilt, und die kommt nicht aus der Branche sondern aus dem Gesetz:
Seit 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro brutto pro Stunde. 2027 wird er auf 14,60 Euro steigen – eine Erhöhung von insgesamt 13,88 Prozent.
Bundesregierung, Mindestlohn zum 1. Januar gestiegen, 1. Januar 2026. Abgerufen am 22. August 2026.
Das ist der absolute Boden für jede Arbeitsstunde, nicht der übliche Fahrerlohn. Wer als Fahrer nur den Mindestlohn bekommt, verdient am unteren Ende dessen, was in Deutschland überhaupt gezahlt werden darf.
Was das im Monat bedeutet
Rechne es selbst durch, dann siehst du sofort, wo du stehst. Bei einer 40-Stunden-Woche und im Schnitt 4,33 Wochen im Monat ergeben 13,90 Euro rund 2.407 Euro brutto. Ab Januar 2027 wären es bei denselben Stunden rund 2.529 Euro brutto.
Beides sind Rechenbeispiele mit angenommenen Stunden, keine Tarifzahlen. Deine tatsächliche Wochenarbeitszeit steht in deinem Vertrag, und im Fernverkehr weicht sie fast immer von 40 Stunden ab.
Warum die Antworten so weit auseinandergehen
Fragst du zehn Fahrer, bekommst du zehn Zahlen, und meistens vergleichen sie nicht dasselbe. Es gibt drei getrennte Töpfe.
Der Grundlohn ist das, was pro Stunde vereinbart ist. Darauf zahlst du Steuern und Sozialabgaben.
Die Zuschläge kommen für Nacht, Sonntag, Feiertag und Überstunden dazu. Sie bewegen sich am schnellsten und kosten dich die unangenehmen Zeiten.
Die Spesen sind kein Lohn. Sie gleichen Mehraufwand aus, wenn du unterwegs bist, und sie stehen im Steuergesetz statt im Tarifvertrag. Wer sein Monatsbrutto nennt und die Spesen mitrechnet, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Genau deshalb klingt ein Angebot manchmal gut, bis du siehst, wie viel davon Spesen sind und wie wenig Grundlohn.
Was über dem Mindestlohn liegt, steht im Tarifvertrag
Der gesetzliche Mindestlohn ist eine Untergrenze für alle Branchen, vom Friseur bis zum Fernverkehr. Was Fahrer tatsächlich bekommen, regeln Tarifverträge, und die sind in Deutschland regional unterschiedlich.
Das heißt für dich: eine bundesweite Fahrer-Zahl gibt es nicht, und wer dir eine nennt, mittelt über Regionen und Erfahrungsstufen hinweg. Vergleiche dich mit dem Tarif, der für deinen Betrieb gilt, nicht mit einem Durchschnitt aus dem Internet.
Wie die Untergrenze zustande kommt
Die Anpassung ist kein politischer Handschlag, sondern ein festes Verfahren. Eine unabhängige Mindestlohnkommission aus je drei Mitgliedern von Arbeitgebern und Gewerkschaften schlägt alle zwei Jahre eine Anpassung vor, zuletzt im Juni 2025. Die Bundesregierung muss diesen Vorschlag per Verordnung beschließen, so sieht es das Mindestlohngesetz vor.
Die Kommission orientiert sich dabei an der Tariflohnentwicklung und am europäischen Referenzwert von 60 Prozent des Medianlohns von Vollzeitbeschäftigten.
Praktisch heißt das: die nächste Erhöhung nach 2027 ist absehbar, aber sie steht noch nicht fest. Der Sprung auf 14,60 Euro dagegen ist beschlossen.
Auch die Minijob-Grenze ist mitgewachsen
Weil die Minijob-Grenze am Mindestlohn hängt, ist sie mitgestiegen. Sie liegt seit 1. Januar 2026 bei 603 Euro im Monat und steigt 2027 auf 633 Euro. Im Vorjahr waren es 556 Euro.
Bundesregierung, Mindestlohn zum 1. Januar gestiegen, 1. Januar 2026.
Relevant für alle, die neben dem Hauptjob noch auf Abruf fahren oder rangieren.
Was du selbst prüfen kannst
Teile dein Bruttogehalt durch deine tatsächlich geleisteten Stunden, Überstunden eingerechnet. Kommst du unter 13,90 Euro heraus, stimmt etwas nicht, unabhängig davon, was im Vertrag steht.
Prüfe getrennt, was Grundlohn ist und was Spesen sind. Nur der Grundlohn zählt für Rente, Krankengeld und Urlaubsentgelt. Ein hoher Spesenanteil sieht heute gut aus und rächt sich später.
Stehst du fest? Schau, wo noch Platz ist.
Fahrer melden selbst, was sie sehen. Parkplatz voll, Stau, Gefahr, Baustelle. Öffne die App und fahr nicht mehr allein.